Schaltfläche zum Aktivieren von Google Translate
> Startseite> Rubrikenübersicht> Aktuelle Infos / Aus der Presse > Bodensee-Wasserversorgung lehnt Netzgehege im Bodensee ab

News & Aktuelles

Aktuelle Infos / Aus der Presse

Aktuelle Infos / Aus der Presse | Vertretung, Redaktion KLIK | 16.11.2020

Bodensee-Wasserversorgung lehnt Netzgehege im Bodensee ab

Die Gemeinde Oberderdingen ist Mitglied im Zweckverband Bodenseewasserversorgung und hat seit 1981 Bezugsrechte der Bodenseewasserversorgung für die Trinkwasserversorgung für 26 Liter/Sekunde. Im Jahr 2019 wurden 571.780 m³ Wasser in das Oberderdinger Wasserleitungsnetz eingespeist. Davon waren 79,83 % Bodenseewasser und 20,17 % Eigenwasser. Seit Januar 2014 und somit 7 Jahre liegt der Wasserpreis bei 2,30 Euro/m³ netto. Hinzu kommt eine monatliche Grundgebühr, die abhängig von der Durchlassmenge ist. Die Gemeinde Oberderdingen hat hohe Investitionen zur Trinkwasserversorgung getätigt und die Hochbehälter Katzensteig, Hagenrain und Reichenberg komplett erneuert. Oberderdingen und der Ortsteil Flehingen werden mit Mischwasser, also Bodenseewasser und Eigenwasser und der Ortsteil Großvillars zu 100 % mit Eigenwasser versorgt.

 

„Fischzuchtanlagen sind mit der Wichtigkeit des Bodensees als Trinkwasserspeicher nicht zu vereinbaren“, so Christoph Jeromin, technischer Geschäftsführer der Bodensee-Wasserversorgung. „Insgesamt fünf Millionen Menschen in Baden-Württemberg, Bayern und der Schweiz verlassen sich täglich darauf, dass ihnen die Wasserversorger aus dem Bodensee hygienisch einwandfreies und sauberes Trinkwasser liefern. Daher ist der Nutzung des Sees für die Trinkwasserversorgung Vorrang vor anderen Interessen einzuräumen.“

 

Durch den Eintrag von unerwünschten Stoffen wie Futterresten und Ausscheidungen der Fische mit den darin enthaltenen hygienisch- bzw. trinkwasserrelevanten Mikroorganismen sowie möglichen anderen Substanzen sind Verunreinigungen und Belastungen der Wasserbeschaffenheit zu befürchten. Vor allem bei Netzgehegen, die sich in der Nähe zu den Wasserentnahmeanlagen der Trinkwasserversorger befinden, sind Auswirkungen auf die hygienische Sicherheit des Trinkwassers aus dem Bodensee zu erwarten.


Die Bodensee-Wasserversorgung ist der Auffassung, dass eine Aquakultur mit Netzgehegen im Bodensee nicht mit den geltenden Rechtsvorschriften vereinbar ist, insbesondere in Bezug auf das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die Bodensee-Richtlinien 2005 der Internationalen Gewässerschutz-kommission für den Bodensee (IGKB). 

Trinkwasserversorgung ist zudem an zahlreiche gesetzliche Vorgaben und Richtlinien gebunden, die sich an Nachhaltigkeits-, Vorsorge- und Verursacherprinzipien orientieren und u.a. Minimierungsgebote und Verschlechterungsverbote enthalten. (EU-Wasserrahmenrichtlinie, Oberflächengewässerverordnung, EG-Trinkwasserrichtlinie, Trinkwasserverordnung, WaterSafetyPlan der WHO).