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Aktuelle Infos / Aus der Presse

Aktuelle Infos / Aus der Presse | Mendler, Michael | 02.02.2026

Waldspaziergang mit Bürgermeister Thomas Nowitzki und Förster Michael Deschner

Am 24. Januar 2026 fand der 19. Waldspaziergang im Stadtwald statt. Auch in diesem Jahr war das Interesse wieder groß. Knapp 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und machten sich gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Nowitzki und Förster Michael Deschner auf den Weg durch den winterlichen Wald. Besonders erfreulich war die große Beteiligung von Familien – für Kinder wurde eine eigene Gruppe angeboten, um Inhalte altersgerecht zu vermitteln.

 

Zu Beginn des Spaziergangs begrüßte Bürgermeister Thomas Nowitzki die Teilnehmenden und gaben einen kurzen Überblick über den Ablauf. Er erläuterte die Funktionen des Waldes als Wirtschaftswald, der nachhaltig Holz als wichtigen Rohstoff liefert, als ökologischen Lebensraum, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Schutz bietet und das Klima positiv beeinflusst, sowie als Ort für Freizeit und Erholung, der den Menschen Raum für Entspannung, Bewegung und Naturerlebnisse bietet.

 

Waldspaziergang, 2026, Januar, BM, Förster, Wald,

 

Der Rundgang führte zu insgesamt drei Stationen. An der ersten Station informierte Förster Michael Deschner über den künftig geplanten Holzeinschlag im Stadtwald und erklärte, welche Sortimente (vom Brennholz bis zum Wertholzstamm) in 2026 geplant sind. Die zweite Station widmete sich den Baumpflanzungen der Jahre 2019 bis 2025, bei denen die bisherigen Maßnahmen und deren Entwicklung anschaulich erläutert wurden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 34.000 junge Bäume gepflanzt. Etwa zwei Drittel davon entfallen auf Stiel- und Traubeneichen, ergänzt durch weitere klimaresistente Baumarten, die den Wald langfristig stabil und zukunftsfähig machen sollen.

 

An der dritten Station standen sogenannte Eichen-Trupppflanzungen im Mittelpunkt. Dabei werden mehrere Bäume derselben Art in kleinen Gruppen gepflanzt, um ihr Wachstum zu begünstigen und sie besser an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen. Forstwirt Uwe Rothfritz erklärte die Notwendigkeit die jungen Bäume einzuzäunen, da sie sonst stark durch Wildverbiss geschädigt würden. Ohne Schutz würden etwa 30 % der Jungpflanzen zerstört werden. Ein wichtiger Bestandteil der Walderneuerung ist dabei die Naturverjüngung. Diese erfolgt mit verschiedenen Baumarten wie Kirsche, Buche, Eiche und Bergahorn, um einen artenreichen und stabilen Mischwald zu fördern, und wird ergänzt durch weitere Arten wie Elsbeere, Spitzahorn, Hainbuche, Esskastanie, Libanon-Zeder und Zerreiche.

 

Ein besonderes Beispiel für das persönlichen Engagement in der Waldbewirtschaftung zeigte Forstwirt Uwe Rothfritz, der Schwarznüsse von Hand sammelte und selbst aufzog. Auf diese Weise konnten über 2.000 junge Bäume herangezogen werden, die bereits teilweise im Stadtwald eingepflanzt wurden und dort künftig heranwachsen sollen.

Zum Abschluss durften die Teilnehmenden selbst aktiv werden und Reisig aufhäufen. Diese Reisighaufen dienen als wertvollen Unterschlupf für die Wildkatze und andere kleine Säugetiere. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass die Wildkatze inzwischen wieder im Oberderdinger Stadtwald nachgewiesen werden konnte.

 

Waldspaziergang, 2026, Januar, BM, Förster, Wald,

 

Ein besonderes Highlight des Waldspaziergangs bot die Tierwelt selbst: Drei Rehe und ein Fuchs kreuzten den Weg der Gruppe. Für große Begeisterung bei den Kindern sorgte zudem die Beobachtung einer Wildschweinrotte mit etwa 15 Tieren.

 

Den traditionellen Abschluss fand der Waldspaziergang an der Steinmetzhütte. Bei Glühwein, Punsch, gegrillten Würsten und Stockbrot klang die Veranstaltung in geselliger Runde aus. Der jährliche Waldspaziergang zeigte einmal mehr, wie wichtig der persönliche Austausch über Natur- und Waldthemen ist und wie groß das Interesse an der nachhaltigen Entwicklung des Stadtwaldes bleibt.