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Aktuelle Infos / Aus der Presse
Aktuelle Infos / Aus der Presse | Mendler, Michael | 19.03.2026
Waldbegang mit dem Gemeinderat 14.03.2026
Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Nowitzki mit Revierförster Michael Deschner waren die Mitglieder des Gemeinderates sowie Vertreter der Verwaltung zum Waldbegang gekommen. Ausgangspunkt der Exkursion war der Wanderparkplatz „Wilfenberg“, von dem aus sich die Gruppe auf einer informativen Wegstrecke durch verschiedene Bereiche des Stadtwaldes begab. Ziel war es, einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation des Forstbetriebs, die laufenden Arbeiten, die Entwicklung neuer Kulturen sowie die langfristige forstliche Planung zu erhalten.
Gleich zu Beginn betonte Bürgermeister Thomas Nowitzki die Gleichrangigkeit von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes. Dieses Betriebsziel wurde bereits 2008 vom Gemeinderat zum zehnjährigen Forsteinrichtungswerk festgelegt. Bürgermeister Thomas Nowitzki machte deutlich, dass der Stadtwald daher nicht gewinnmaximiert ausgerichtet ist, sondern einen hohen Invest in die Erholungsvorsorge und Waldökologie tätigt.
An der ersten Station gab Revierförster Michael Deschner einen detaillierten Überblick über den Aufbau und die Bewirtschaftung des Stadtwaldes. Der Oberderdinger Stadtwald umfasst eine Fläche von 521 Hektar, verteilt auf fünf Distrikte, und wird von einem über 25 Kilometer langen Wegenetz durchzogen. Diese Größe bringt natürlich eine Vielzahl an Aufgaben mit sich, die von der Pflege junger Bestände über die Sicherung neu angelegter Kulturen bis hin zur Aufforstung mit klimastabilen Baumarten reichen. Hinzu kommen die Holzernte und der Holzverkauf, die regelmäßige Kontrolle auf Borkenkäferbefall, die Verkehrssicherung entlang der Wege sowie deren Instandhaltung. Revierförster Michael Deschner betonte, dass der Wald nicht nur ein Wirtschaftsgut, sondern auch ein wichtiger Bildungs- und Erholungsraum ist. Die Waldpädagogik spielt dabei eine bedeutende Rolle: Jährlich werden rd. 40 Veranstaltungen mit insgesamt über 700 Teilnehmenden durchgeführt, darunter Schulklassen, Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Im weiteren Verlauf des Rundgangs wurde die Entwicklung der Holzeinschlagszahlen der vergangenen Jahre besprochen. Besonders auffällig ist der deutliche Anteil der sogenannten zufälligen Nutzungen – also der Einschläge, die aufgrund von Schäden durch Dürre, Insekten oder Sturm notwendig werden. Seit 2019 haben sich diese Schadensnutzungen reduziert, was ein Hinweis darauf ist, dass sich der Wald nach den extremen Trockenjahren langsam stabilisiert. Trotz dieser positiven Tendenz mussten jedoch bereits 3.000 Festmeter Holz eingeschlagen werden – und damit mehr als die für das Jahr 2026 vorgesehenen 2.600 Festmeter. Grund hierfür war ein erneuter Befall durch Borkenkäfer, der trotz der insgesamt feuchten Witterungsbedingungen auftrat.
Revierförster Michael Deschner blickte außerdem auf die Borkenkäfer-Kalamität zurück, die den Stadtwald vor rund zehn Jahren stark getroffen hatte. Bereits damals mussten große Flächen aufgrund massiven Befalls eingeschlagen und neu begründet werden. Heute zeigt sich, dass die konsequente Wiederbewaldung mit standortgerechten und klimastabilen Baumarten Früchte trägt. Viele der damals gepflanzten Kulturen haben sich gut etabliert.
Ein besonderes Augenmerk richtete Revierförster Michael Deschner auf die Schwarznuss, eine Baumart, die im Oberderdinger Stadtwald zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie gilt als vergleichsweise trockenheitsresistent, wächst schnell und liefert hochwertiges Holz, das auf dem Markt sehr gefragt ist. Gleichzeitig wurde im Gespräch deutlich, dass die Schwarznuss trotz ihrer Vorteile sorgfältig in die standortgerechte Baumartenmischung integriert werden muss, um langfristig stabile und vielfältige Waldbestände zu gewährleisten. Erwähnenswert an dieser Stelle ist die Produktion der jungen Bäumchen: Forstwirt Uwe Rothfritz sammelt die Schwarznüsse, zieht die Keimlinge in seiner Baumschule zwei bis drei Jahre heran und pflanzt sie anschließend an geeigneten Standorten aus. Auf diese Weise konnten in den vergangenen fünf Jahren bereits über 2.000 junge Schwarznussbäume im Stadtwald etabliert werden.
Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Forstbetriebs konnten erfreuliche Zahlen präsentiert werden. Bereits zum aktuellen Zeitpunkt übertreffen die Einnahmen die für das Jahr 2026 angesetzten Planzahlen deutlich. Besonders die Erlöse aus dem Nadelstammholz haben sich außerordentlich positiv entwickelt und liegen bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich kalkuliert. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen zum Stand März auf rd. 226.500 €, während der Planansatz bei 190.000 € liegt. Diese Entwicklung ist ein wichtiges Signal dafür, dass sich der Wald in einer stabilen wirtschaftlichen Phase befinde.
Ein besonderes Highlight des Rundgangs war der Besuch einer der ältesten und eindrucksvollsten Douglasien im Stadtwald. Der imposante Baum, dessen mächtiger Stamm und hohe Krone schon von weitem sichtbar sind, zog die Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe auf sich. In einer kleinen Schätzrunde durften die Teilnehmenden Höhe und Festmeter des Baumes einschätzen. Nachdem zahlreiche Vermutungen abgegeben worden waren, lüftete Revierförster Deschner schließlich das Geheimnis: Die Douglasie erreicht eine beeindruckende Höhe von 44 Metern, verfügt über 17,4 Festmeter Holz und ist schätzungsweise 100 Jahre alt. Am nächsten an der tatsächlichen Festmeterzahl lag Stadträtin Elke Obhof, die 18 Festmeter geschätzt hatte.
Zum Ausklang des Abends bedankten sich Bürgermeister Thomas Nowitzki und Revierförster Michael Deschner herzlich für das große Interesse am Wald und die engagierten Gespräche während des Rundgangs.
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