News & Aktuelles
Aktuelle Infos / Aus der Presse
Aktuelle Infos / Aus der Presse | Mendler, Michael | 27.08.2026
Abschied von der „Traube“
Am vergangenen Donnerstag fand im Hof des ehemaligen Gasthauses „Zur Traube“ in der Heilbronner Straße 35 im Stadtteil Großvillars eine „Hocketse“ des Bürgervereins Großvillars als Abschiedsfest statt. Bei Musik, Gesprächen und Bewirtung kamen Bürgerinnen und Bürger zusammen, um sich von dem traditionsreichen Gasthaus zu verabschieden und zugleich auf dessen bewegte Geschichte und die Zukunft des Areals zu blicken. Spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, bis in die 2010er Jahre hinein, war das Gasthaus über viele Generationen zweier Familien wichtig für das Waldenserdorf.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte Klaus Gleichauf. Der Kirchenchor unter der Leitung von Silke Pfeil bereicherte den Abend mit Liedvorträgen. Bürgermeister Thomas Nowitzki, beleuchtete das Projekt als Schirmherr des Abends.
In seiner Rede erinnerte Bürgermeister Thomas Nowitzki an Dora Strobel und den ehemaligen Ortsvorsteher Großvillars, Heini Strobel. Mit ihm hatte er vor langer Zeit über die Zukunft der „Traube“ gesprochen. „Die Traube ist ein Stück Geschichte von Großvillars, die darf nicht untergehen“, sei man sich einig gewesen. Auch Bürgermeisterstellvertreter Oskar Combe begrüßte die Gäste und unterstrich die Wichtigkeit des Projekts.
Die Stadt hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt das Grundstück zu erwerben und eine tragfähige Zukunft für das historische Gebäude zu entwickeln. Heini Strobel hatte seinerzeit den Kontakt zu den Eigentümern der „Traube“ vermittelt. Anschließend stellte sich die Frage, wie das Gebäude und das Grundstück künftig genutzt werden könnten.
Eine besondere Herausforderung stellte dabei der Denkmalschutz dar. Denn sowohl das Gasthaus als auch die Scheune stehen unter Denkmalschutz. Ein Blick in die Bauakte zeigt, dass die Scheune erst im Jahr 1949 neu errichtet wurde. Die Stadtplanung entwickelte schließlich ein Konzept zur Sanierung und zum Umbau der Gebäude zu Wohnraum.
Bereits am 16. Oktober 2018 fasste der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, insgesamt acht Wohnungen zu schaffen, fünf davon in der Scheune und drei im Gebäude der „Traube“. Am 12. November 2018 wurde der Bauantrag eingereicht. Die Abstimmungen mit der Denkmalpflege führten jedoch zu Verzögerungen. Unter anderem bestand die Vorgabe, die historische Dachwerkkonstruktion der Scheune zu erhalten. Dadurch konnten letztlich vier statt der ursprünglich geplanten fünf Wohneinheiten in der Scheune realisiert werden.
Insgesamt sind im historischen Ensemble sieben Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von rund 465 Quadratmetern entstanden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum erhielt die Kommunalbau GmbH eine Förderung von 150.000 Euro. Der Erstbezug der Wohnungen in der ehemaligen Scheune erfolgte am 1. September 2025.
Auch künftig soll die Geschichte des Gebäudes sichtbar bleiben. Das originale Wirtshausschild ist erhalten und wird nach einer Aufbereitung wieder an der Vorderseite des Gebäudes angebracht werden. Darüber hinaus wird eine Informationstafel über die Geschichte der „Traube“ informieren. Bürgermeister Thomas Nowitzki hat Stadtarchivar Marco Rödler mit der Aufarbeitung und Vermittlung der historischen Hintergründe beauftragt. Eine Besonderheit ist, dass die Informationen in deutscher, englischer sowie für die Freunde aus der Partnergemeinde Villar Perosa, auch in italienischer Sprache zur Verfügung gestellt werden.
Bürgermeister Thomas Nowitzki präsentierte beim Abschiedsfest außerdem historische Aufnahmen, die auf der künftigen Informationstafel zu sehen sein werden. Darunter befindet sich ein Foto der Bauers- und Wirtsfamilie des Karl Heinrich Mondon (1868-1951) und seiner Frau Anna Maria geb. Klempp (1876-1914) aus dem Jahr 1913 vor ihrem frisch umgebauten Gasthaus „Zur Traube“.
So zum Beispiel eine Gemarkungskarte Großvillars aus dem Jahr 1835, Güterbucheinträge aus dem 19. Jahrhundert sowie Auszüge des „Protokoll[s]_über die Einschätzung der Gebäude in die allgemeine Brandversicherungsanstalt“ aus dem Jahr 1837. Diese Archivalien bilden das Fundament zur Erforschung des geschichtsträchtigen Gasthauses.
Der westliche Teil des Grundstücks bis zur Combastraße soll im Laufe dieses Jahres von der Stadt veräußert und anschließend einer neuen Bebauung zugeführt werden. Damit verbindet sich die Bewahrung des historischen Teils des Areals mit einer zukunftsorientierten Entwicklung des Gesamtgrundstücks.
Für die Bewirtung beim Abschiedsfest sorgte der Bürgerverein Großvillars mit Helferinnen und Unterstützern.
Die Besichtigungsmöglichkeit der drei fast fertiggestellten Wohnungen im ehemaligen Gasthaus „Traube“ wurde intensiv genutzt.
Hier gelangen Sie auch zu einer kleinen Bildernachlese des Tages.
Zum Abschluss verwies Bürgermeister Thomas Nowitzki bereits auf einen weiteren wichtigen Termin für Großvillars: Am Sonntag, 27. September 2026, findet in der Waldenserhalle in Großvillars der Deutsche Waldensertag statt. Bürgermeister Thomas Nowitzki lud alle Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein.
Weitere Artikel:
- Oberderdinger Musiknacht geht in die zweite Runde
- Grundstein für ein generationenübergreifendes Projekt
- „Wochenmarkt Plus“ auf dem Oberderdinger Marktplatz am 4. September 2026
- Eltern-Kind-Gruppe in Oberderdingen
- Anlagenbau neu im Gewerbegebiet BRÜCKLE von Vaihingen / Enz nach Oberderdingen
- Auf geht´s zur 38. Weinprobe auf dem Derdinger Horn!
- Öffnung der Kelter Oberderdingen
- Riesen-Sandkasten lädt zum Buddeln ein
- Kinderferienprogramm 2026 der Stadt Oberderdingen
- Ergebnisse des Innenstadt-Checks im Gemeinderat vorgestellt
- Online-Innenstadtbefragung startet
- Innenstadtberatung
- Schaufenster - Check
- Kostenloser Schaufenster-Check am 24.09.2024
- Großes Interesse an der Auftaktveranstaltung „Innenstadt-Check“
- Auftaktveranstaltung Projekt „Innenstadtberatung in Oberderdingen“

