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Aktuelle Infos / Aus der Presse

Aktuelle Infos / Aus der Presse | Mendler, Michael | 29.09.2026

„Ich bin ein Waldenser“

Rund 150 Menschen feierten am Sonntag in Großvillars den Deutschen Waldensertag

 

Seit 90 Jahren besteht überdies die Deutsche Waldenservereinigung.

 

Im Jahr 1699 siedelten sich die Waldenser in unserer Region an. In Orten, wie zum Beispiel Großvillars, Serres, Kleinvillars, Pinache und Wurmberg durften sich die damaligen Glaubensflüchtlinge aus Norditalien auch hier eine neue Existenz aufbauen. „Die Waldenseridentität hat alles verloren, bis auf ihre eigene Abstammung“, erklärte beim Deutschen Waldensertag in der Waldenserhalle in Großvillars am Sonntag Pfarrer Lukas Frei von der evangelischen Kirchengemeinde Großvillars in seinem Grußwort.

 

Der Name „Waldenser“ stamme von dem Religionsführer Petrus Waldes, der um das Jahr 1170 in Lyon lebte. „Man wurde Waldenser, weil man den religiösen Lehren von Petrus Waldes anhing“, erklärte Frei. Später wurden die Waldenser dann in die evangelische Landeskirche eingegliedert. „Ich würde mich freuen, wenn jeder, der hier wohnt sagt, ich bin auch ein Waldenser“, unterstrich Frei. Und er wünschte sich, dass am Waldensertag jeder „seinen inneren Waldenser“ entdecken möge.

 

Mit „Oh happy Day“ eröffnete dazu passend der Posaunenchor Sternendingen unter der Leitung von Bernd Erkenbrecher den Tag. „Es ist wunderbar, dass wir jedes Jahr den Waldensertag feiern“, sagte die Vorsitzende der Deutschen Waldenservereinigung (DWV), Karina Beck. Denn es sei wichtig, dass der Waldensertag nach außen ausstrahle, was die Waldenser bedeuteten. Überdies feiere die DWV ihr 90-Jähriges Bestehen. „Es ist uns wirklich eine ganz besondere Ehre, dass nach 1993, heute die Veranstaltung wieder bei uns in Großvillars stattfindet“, sagte Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki. Bis zum Jahr 1973, erklärte der Stadtchef, sei der Oberderdinger Stadtteil Großvillars ein „Kondominat“ gewesen, also ein Ort mit zwei Herren, der zum einen von Knittlingen und zum anderen von Oberderdingen verwaltet wurde.

 

Vor über 50 Jahren hätten sich die Großvillarser Bürgerinnen und Bürger dann für den vollständigen Anschluss nach Oberderdingen entschieden. „Ein solcher Tag wie heute, gelingt nur im Team“, dankte Nowitzki der Deutschen Waldenservereinigung, der Verbundkirche Oberderdingen-Großvillars sowie dem Großvillarser Bürgerverein, die mit rund 70 Helfern die Bewirtung und das Programm des Waldensertages auf die Beine gestellt haben.

 

In ihrem Vortrag referierte Daniela Falz als Wissenschaftlicher Vorstand der DWV über 90 Jahre Waldenservereinigung. Der zweite Vorsitzende der DWV, Stefan Mondon, sprach über den letzten Waldenserpfarrer Daniel Mondon. Und aus Italien berichtete Hiltrud Stahlberger-Vogel über die Herausforderungen des Konfirmandenunterrichtes in einer italienischen Diasporakirche.

 

Der Großvillarser Bürgermeisterstellvertreter Oskar Combe und Waldenser in der 13. Generation sprach in seinem Referat über die Waldenser in Baden und Württemberg am Beispiel von Großvillars. Nach den Vorträgen durften sich die Akteure noch ins goldene Buch der Stadt Oberderdingen eintragen.

 

Nachmittags fanden dann Führungen durch Großvillars und sein Waldensermuseum statt und für die Kinder gab es eine Schnitzeljagd durch den Ort. Mit einem Familiengottesdienst in der Großvillarser Waldenserkirche endete der besondere Tag dann im Waldenserort Großvillars, der schon auf seinem Ortschild - wie Bürgermeister Nowitzki es ausdrückte - die historische Bedeutung und das gelebte Erbe für jeden sichtbar mache.

 

 

Deutscher Waldensertag, Waldenservereinigung, Großvilars, 2026, September, Fest,

 

Bürgermeister Thomas Nowitzki (Mitte) lässt in Großvillars die Akteure des Deutschen Waldensertages Stefan Mondon (von links), Oskar Combe, Lukas Frei, Karina Beck, Daniela Falz sowie Hiltrud Stahlberger-Vogel ins goldene Buch der Stadt Oberderdingen schreiben. Foto: Prokoph

 

 

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Unter der Leitung von Bernd Erkenbrecher umrahmt der Posaunenchor Sternendingen die Grußworte des Deutschen Waldensertages in Großvillars. Foto: Prokoph

 

 

 

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Rund 150 Besucher aus Deutschland und Italien feiern in Oberderdingens Stadtteil Großvillars am Sonntag den Deutschen Waldensertag und das 90-jährige Bestehen der Deutschen Waldenservereinigung. Foto: Prokoph

 

 

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Bürgermeister Thomas Nowitzki freut sich, dass nach 33 Jahren der Deutsche Waldensertag wieder in Oberderdingens Stadtteil Großvillars stattfindet. Foto: Prokoph