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kleiner Weintipp

Aktueller Tipp

2016 Lemberger trocken vom Weingut Jan Müller

2016 Lemberger trocken vom Weingut Jan Müller


Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,

ein richtig schöner trockener Lemberger für die langen Winternächte! Damit ist der 2016er Lemberger des kleinen Großvillarser Weinguts Müller in kurzen Worten optimal charakterisiert. Er kommt in der bauchigen dunkelgrünen 0,75er-Flasche mit schwarzem Longcap-Schraubverschluss und dem Müller-Etikett mit dem reliefartig aufgebrachten Stuhl, der beim Darüberfahren mit dem Finger ein haptisches Gefühl ergibt. Einmal eingeschenkt, zeigt er im Glas ein intensives, leicht schimmerndes Rot, und dem Genießer steigt bereits ein Duft von dunkler Schokolade in die Nase. Weiterhin finden sich im Bukett auch Anklänge von Brombeere. Im Geschmack sind Heidelbeere und Aromen von schwarzem Tee, auch leicht pfeffrige Noten sind erkennbar (Tipp: Wein etwas länger im Mund belassen), die dann im Abgang etwas stärker in den Vordergrund treten. Weiterhin sind dann auch dunkle Kirschen schmeckbar. Sein Finale ist kräftig und erinnert an Sherry und grüne Paprika.

"Ich möchte meine Rotweine erst später in den Verkauf bringen", meinte Jan Müller zu mir, als wir es von seinem hübschen Lemberger hatten. "Ich finde, er wird jetzt erst richtig gut." In der Tat ist sein 16er Lemberger sehr gut trinkbar, man kann aber davon ausgehen, dass er noch ein klein wenig hinzugewinnen wird. Er hat auch etwas Weinstein angesetzt, was für die hohe Qualität des Müller'schen Lembergers spricht. An dieser Stelle daher der Hinweis, beim Einschenken des letzten Glases etwas vorsichtig zu sein. Mit 13,1% vol. Alkohol ist er winterlich-kräftig und mit 1,8 Gramm pro Liter Restzucker komplett durchvergoren, also sehr trocken. Bei der Prüfung hatte er 5,3 Gramm pro Liter Säure, die aber - siehe oben den Weinstein, der ja nichts anderes als auskristallisierte Säure ist - inzwischen etwas zurückgegangen sind und ihn milder machen, worüber alle mit eher empfindlichem Magen erfreut sind. Er ist natürlich ein idealer Begleiter zu einem geschmorten Braten oder auch zu einem würzigen Gulasch. Am Abend kann man ihn durchaus zusammen mit der oben erwähnten dunklen Schokolade genießen. Jan Müller ruft 6,50 Euro für seinen gelungenen Lemberger auf (Stand: Dezember 2019): Allemal moderat, wie man es von ihm kennt!

Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats beim Weingut Jan Müller und  im Waldenserbesen Vinçon in Großvillars.


Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Großvillarser oder Flehinger Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter weintipp@oberderdingen.de erreichbar.



Herzlichst, Ihr  


Martin

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Hier im Archiv finden Sie die vorhergehenden Tipps der vergangenen Monate:

Archiv 2012
  • Weintipp Dezember 2012: 2007 Trollinger-Sekt vom Weingut Vinçon-Zerrer
  • Weintipp November 2012: 2011 Portugieser trocken "Alte Reben" von der WG Oberderdingen
  • Weintipp Oktober 2012: 2011 Chardonnay Kabinett vom Weingut Kelterhof
  • Weintipp September 2012: 2011 Muskat-Trollinger "Edition Derdinger Horn" von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp August 2012: 2011 Riesling ** vom Weingut Kern
  • Weintipp Juli 2012: 2011 Trollinger Blanc de Noir Secco vom Weingut Vinçon-Zerrer
  • Weintipp Juni 2012: 2011 Grauburgunder QbA vom Weingut Lutz
  • Weintipp Mai 2012: 2011 Riesling "Edition Derdinger Horn" von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp April 2012: 2011 Quintus-Cuvée von Weinkultur westlicher Stromberg
  • Weintipp März 2012: 2011 Weissburgunder Kabinett vom Weingut Kelterhof
    2011 Weissburgunder Kabinett vom Weingut Kelterhof

    Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,

    Schon wieder ein Weissburgunder? So oder ähnlich werden Sie wahrscheinlich fragen, da der "kleine Weintipp" Ihnen doch erst im Januar einen Wein dieser Rebsorte präsentiert hat. Aber: Während letzterer - im Barrique ausgebaut - noch ein richtiger Winter-Wein war, hält mit dem Kelterhof'schen Weissburgunder nun das Frühjahr und die nahende Spargel-Saison Einzug. Und obendrein eröffnet dieser Wein auch den Reigen des 2011er Jahrgangs, der sowohl quantitativ, als auch qualitativ insgesamt etwas besser als der vorangegangene ausgefallen ist.

    Der Weissburgunder vom Großvillarser Weingut Kelterhof kommt zunächst eher unscheinbar daher. Er wurde auf die grüne Flasche mit dem bekannten Kelterhof-Etikett gezogen und hat einen schwarzen Longcap-Schraubverschluss.

    Soweit, so gut. Aber gerade das Etikett, genauer, die beiden Etikette, sind gewissermaßen bei diesem Wein der "Witz": Er nennt sich in aller Bescheidenheit "Kabinett". Dreht man die Flasche jedoch um, so fällt auf dem Rücketikett auf, dass dort 13,0% vol. Alkohol angegeben ist. Ein Kabinettswein mit 13% vol. Alkohol? Da drängt sich sofort ein Verdacht auf, und dieser bestätigt sich dann auch. Der Kelterhof'sche Weissburgunder Kabinett ist in Wirklichkeit eine Spätlese! "Ja, Tiefstapler könnte man ihn nennen", meinte Armin Schäufele zu mir, als ich ihn jüngst auf seinen Weissburgunder ansprach. "Ein Kabinettswein passte einfach besser in unser Portfolio als eine Spätlese". Und so darf man sich also auf eine quasi verkappte Spätlese freuen, die sich nicht nur Kabinett nennt, sondern auch zum Kabinettspreis zu haben ist.

    Einmal im Glas, erkennt man ein sehr helles Gelb. Im Bukett ist noch ein ganz klein wenig Hefegeläger vorhanden, von dem allerdings auszugehen ist, dass es in den kommenden Wochen vollends verschwinden wird. "Fruchtig, frisch" kommentieren die Schäufeles diesen Weissburgunder in ihrem Angebotsprospekt. Und in der Tat: Öffnet man die Flasche, so zeigen sich feine Luftbläschen - das ist die besagte Frische! Im Bukett ist Grapefruit erkennbar - das ist die fruchtige Note, sein Geschmack lässt neben der Grapefruit auch Noten grüner Bohne erkennen, im Abgang ist ein schönes Säurespiel. Man merkt, dass dieser Weissburgunder trocken, aber eben nicht staubtrocken ausgebaut wurde. So hat er 5,6 g/Liter Restzucker behalten, und, wie oben bereits angeklungen, ist er mit 13,0% vol. Alkohol recht kräftig, was zurückgerechnet alles in allem etwa 93 Grad Oechsle Mostgewicht ergibt, und damit die besagte Spätlese. Wenn es demnächst die ersten Spargel gibt, empfehle ich Ihnen diesen schönen Weissburgunder als hervorragenden Begleiter zu weissem Spargel an einer pikanten hellen Sauce. Mit 5,90 Euro (Stand: Februar 2012) ist der Weissburgunder Kabinett - wie oben bereits angeklungen - für eine Spätlese auf jeden Fall fair bepreist.

    Übrigens, das Weingut Kelterhof hat unlängst seinen Internet-Auftritt vollständig neu gestaltet. Unter anderem ist nun ein Web-Shop hinzugekommen, in dem man die Kelterhof-Weine direkt bestellen und sich nach Hause liefern lassen kann. Einmal hineinschauen (www.kelterhof.de) lohnt sich allemal.

    Und wenn Sie nicht nur den hier präsentierten Weissburgunder, sondern auch andere Weine des Weinguts Kelterhof probieren und dazu auch mehr über diesen Großvillarser Weinerzeuger erfahren möchten (der im Sommer diesen Jahres die Umstellung auf ökologischen Weinbau erfolgreich abgeschlossen haben wird), so sei Ihnen sein Tag der offenen Tür empfohlen, der am Sonntag, den 1. April (also Palmsonntag) ab 11:00 Uhr stattfinden wird. Wir werden - wie immer - auf jeden Fall auch zugegen sein!


    Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats direkt bei dem Weingut Kelterhof (www.kelterhof.de) oder in der Vinothek in Oberderdingen.

     

    Herzlichst, ihr

    Martin 

    Der nächste kleine Weintipp erscheint am 15. April 2012.

  • Weintipp Februar 2012: 2009 Saint Laurent vom Weingut Vinçon-Zerrer
  • Weintipp Januar 2012: 2008 Weißburgunder Barrique vom Weingut Lutz