Schaltfläche zum Aktivieren von Google Translate

kleiner Weintipp

Aktueller Tipp

2018 Cuvée Blanc "Gigolo" halbtrocken von Weinbau Steinmetz

2018 Cuvée Blanc "Gigolo" halbtrocken von Weinbau Steinmetz

Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,


"Wir experimentieren gern!", meinte Silvia Steinmetz mit ihrem typischen Lachen zu mir. Und das Ergebnis dieses Experiments kann sich sehen (und vor allem schmecken) lassen: Eine Cuvée aus Sauvignon Blanc und Muskateller. Diese Paarung ist doch eher ungewöhnlich, und somit freut sich der "kleine Weintipp" um so mehr, dass er heuer diesen interessanten Wein namens "Gigolo" präsentieren darf. Er kommt in der dunklen Bordeaux-Flasche mit dem bekannten Steinmetz-Etikett und schwarzem Longcap-Schraubverschluss, auf dem - wie immer - das goldfarbene Steinmetz-Logo prangt. Einmal eingeschenkt, zeigt er im Glas ein schönes Strohgelb. Im Bukett ist vor allem frisches Heu erkennbar: Dies ist der Sauvignon Blanc. Im Geschmack finden sich Aromen von Gras und etwas Brennessel (beides kommt vom Sauvignon Blanc), aber auch blumige Noten wie herbe Blüten. Lässt man den Wein länger im Mund und holt dabei Luft, so ist auch Muskat aufzufinden: Der Muskateller lässt schön grüßen! Auch der Abgang ist sehr knackig und erinnert an Limonen. Im Finale kann man ganz leicht mineralische Anklänge finden und auch etwas Artischocke.

Über das genaue Mengenverhältnis zwischen Sauvignon Blanc und Muskateller schwieg sich Silvia Steinmetz aus, aber es ist vom Geschmack her klar, dass ersterer die größeren Anteile hat. Mit 12,0% vol. Alkohol ist die Steinmetz'sche Cuvée Blanc "Gigolo" sommerlich, also nicht zu schwer. Die 16,8 Gramm pro Liter Restzucker machen ihn auf dem Papier halbtrocken, was man aber nicht unbedingt so empfindet, da der "Gigolo" mit 8,5 Gramm pro Liter Säure - wie oben bereits ausgeführt - sehr knackig ist. Man hat hier also ein wenig den ansonsten vom Sekt her bekannten Geschmackseffekt, dass der Zuckeranteil subjektiv als nicht so hoch empfunden wird, wie er in Wirklichkeit ist. Beim Sekt ist dieser Effekt der Kohlensäure geschuldet, bei der Steinmetz-Cuvée eben der Weinsäure. Insgesamt kommt der "Gigolo" damit auf um die 90 Grad Oechsle Mostgewicht, ist also an der Grenze zur Spätlese. Genießen Sie diese nicht alltägliche Cuvée zu einem Sauerbraten oder Spaghetti Cacio e Pepe, also Spaghetti mit Parmesan und Pfeffer. Mit 6,00 Euro (Stand August 2019) ist die Cuvée Blanc zudem akzeptabel bepreist.

Zu beziehen ist die 2018er Cuvée Blanc "Gigolo" halbtrocken "Edition Derdinger Horn" bei Weinbau Steinmetz in der Aschingerstraße in Oberderdingen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Großvillarser Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter mailto::weintipp@oberderdingen.de erreichbar.


Herzlichst, Ihr

Martin 

Der nächste kleine Weintipp erscheint am 1. Oktober 2019.

Willkommen auf der Seite "kleiner Weintipp"

Diese Seite wird jeden Monat aktualisiert und neue Weine vorgestellt. Damit Sie keinen Weintipp verpassen, bzw. immer brandfrisch Informiert sind, haben Sie die Möglichkeit diese Seite als RSS-Feed zu abonnieren.

Dazu müssen Sie lediglich das Symbol  für Feeds in Ihrem Browser anklicken und den Anweisungen folgen.  

 

Hier im Archiv finden Sie die vorhergehenden Tipps der vergangenen Monate:

Archiv 2014
  • Weintipp Dezember 2014: 2013 Trollinger von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp November 2014: 2001 Gewürztraminer Beerenauslese von der WG Oberderdingen
  • Weintipp Oktober 2014: 2013 Riesling Kabinett Biowein vom ökologischen Weingut Kelterhof
  • Weintipp September 2014: 2011 Samtrot Spätlese vom Weingut Vinçon-Zerrer
    2011 Samtrot Spätlese vom Weingut Vinçon-Zerrer

    Spätsommerlich-leicht, fruchtig-süffig und wunderbar mild! So könnte man den 2011er Samtrot Spätlese vom Grossvillarser Weingut Vinçon-Zerrer auf den Punkt bringen. Also ein schöner Rotwein aus dem sehr guten Rotweinjahrgang 2011.

    Wie gewohnt, kommt der Samtrot in der dunkelgrünen Flasche und dem rundumlaufenden schwarz-weiss-silbernen Etikett. Natürlich schaut man da sofort auf die Rückseite, wo das Ergebnis der Zerrer'schen sensorischen Probe zu lesen ist, ich zitiere wörtlich: "...samtige Fülle, weiches Rot und blumig-fruchtige Geschmacksaromen machen diesen milden Wein zum Trinkvergnügen." Solchermaßen in Vorfreude gebracht, öffnet man mit einem kurzen Dreh den schwarzen Longcap-Schraubverschluss und schenkt einen ziegelrotfarbenen Rotwein ein: Hier zeigt sich, dass der Samtrot ein Abkömmling (genauer: eine Mutation) des Schwarzrieslings ist, der ja ebenfalls für sein Ziegelrot bekannt ist. Ein Dekantieren ist übrigens nicht erforderlich, man kann den Vinçon-Zerrer'schen Samtrot direkt ohne größere Vorbereitung genießen. Wer sicher gehen will, stelle die Flasche einfach spätestens eine Stunde vor dem Öffnen aufrecht hin.

    Riecht man am Glas, so erkennt man sofort, dass diese Spätlese halbtrocken ausgebaut wurde: Das Bukett ist süßlich, man findet Süßkirsche und einen ganz leicht blumigen Anklang, der ein wenig an Geranie erinnert. Der Geschmack bietet dann - trotz Ankündigung auf dem Etikett - sogleich eine Überraschung: Die Milde! Tatsächlich wartet dieser Samtrot mit nur 3,8 Gramm / Liter Säure auf, was gerade die Älteren unter uns erfreut, aber auch diejenigen Weinfreundinnen bzw. -freunde, für die Säure eher problematisch ist. Tapeziert man den Mund mit diesem netten Samtrot, so erkennt man Aromen von reifer schwarzer Süßkirsche, auch etwas Blütenartiges kann herausgeschmeckt werden, ein wenig an Jasmin-Blüte erinnernd. Damit sind die "blumig-fruchtigen Geschmacksaromen", die die Zerrers beschreiben, nachvollzogen. Im - wie festgestellt, sehr milden - Abgang ist Brombeere vorhanden.  

    Das Weingut Vinçon-Zerrer ist eines der wenigen, bei dem Spätlesen auch tatsächlich noch so heißen dürfen. Es steht zwar dezent auf der Rückseite des Etiketts, aber: Es steht da. Tatsächlich haben die Zerrers ihren Samtrot halbtrocken ausgebaut, so dass er 11,7% vol. Alkohol hat (spätsommerlich-leicht) und ihm 12,2 Gramm / Liter Restzucker geblieben sind. Dies macht ihn so herrlich fruchtig-süffig! Damit kommt man zurückgerechnet auf genau 90 Grad Oechsle: Eben eine Spätlese. Falls Sie die Gelegenheit haben, noch einmal den Grill anzuwerfen, dann legen Sie würzige Cevapcici auf - der Samtrot liefert eine schöne Geschmacksabrundung dazu! In gemütlicher Runde sei dunkle Bitterschokolade empfohlen, zu der er sich ebenfalls hervorragend geriert. Der Preis pro Flasche liegt bei 8,00 Euro (Stand: August 2014).

    Verkosten kann man den Samtrot Spätlese von Vinçon-Zerrer natürlich bei der "Weinprobe auf dem Horn" am 21. September 2014 - der "kleine Weintipp" wird wie immer auch mit von der Partie sein!

    Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Grossvillarser Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter weintipp@oberderdingen.de erreichbar.



    Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats direkt bei dem Weingut Vinçon-Zerrer  in Großvillars oder in der Vinothek in Oberderdingen.



    Herzlichst, ihr
    Martin
     

    Der nächste "kleine Weintipp" erscheint am 15. Oktober 2014.

  • Weintipp August 2014: 2013 Grauburgunder "S" Edition vom Weingut Lutz
  • Weintipp Juli 2014: 2012 Müller-Thurgau ** vom Weingut Kern
  • Weintipp Juni 2014: 2013 Cuvée Blanc Spätlese von der WG Oberderdingen
  • Weintipp Mai 2014: 2013 Muskattrollinger rosé halbtrocken von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp April 2014: 2012 Blanc de Noir trocken Edition vom Weingut Lutz
  • Weintipp März 2014: 2012 Cuvée Kelterhof Biowein vom ökologischen Weingut Kelterhof
  • Weintipp Februar 2014: 2009 Grauburgunder ** Spätlese vom Weingut Kern
  • Weintipp Januar 2014: 2011 Lemberger Elite vom Weingut Vinçon-Zerrer