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kleiner Weintipp

Aktueller Tipp

2019 Merlot rosé trocken vom Weingut Kern

2019 Merlot rosé trocken vom Weingut Kern

Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,


der 2019er Merlot rosé trocken des Oberderdinger Weinguts Kern ist einfach noch besser als sein 2018er - und der war ja schon super! Erstmals in seiner über elfjährigen Geschichte präsentiert Ihnen der "kleine Weintipp" zwei aufeinanderfolgende Jahrgänge desselben Weins eines Weinguts, und das mit guten Grund. Erinnern wir uns: Vor genau einem Jahr stellte Ihnen der "kleine Weintipp" den erstmals von Michael Kern aufgelegten Merlot rosé vor. Er wurde vom Start weg zu einem echten "Blockbuster". So war es nur logisch, dass das Weingut diesen auch 2019 wieder auflegte. Und es hat noch ein-zwei Detailverbesserungen vorgenommen, sodass er noch etwas schöner gelungen ist als sein bereits sehr beachtlicher Vorgänger. Wie letzterer kommt auch dieser in der glasklaren Schlegelflasche mit schwarzem Longcap-Schraubverschluss und dem heraldischen "Kern'les-Tee"-Etikett. So zeigt der Merlot bereits in der Flasche ein intensives Lachsrosa, fast schon ein wenig in Richtung eines hellen Rotweins gehend. Einmal eingeschenkt, steigen fruchtige Aromen von Walderdbeere und ein klein wenig auch reife Brombeere in die Nase. Im kräftigen Geschmack finden sich Sauerkirsche (Tipp: großen Schluck nehmen und etwas länger im Mund behalten) und auch gelbrote Kirsche. Sein Abgang ist angenehm weich und betört mit Himbeere und Erdbeere, im milden Finale ist Brombeere erkennbar.

"Sein Grundwein hatte 94 Grad Oechsle" meinte Michael Kern zu mir über seinen neuerlichen Merlot rosé. "Bei rund vier Gramm pro Liter Restzucker hatte die Gärung von selbst aufgehört, und ich habe dann noch etwas Süßreserve dazugegeben," erklärte der Chef des Weinguts. So stieg der Restzuckergehalt auf 7,5 Gramm pro Liter, der Merlot ist also im oberen Viertel des Bereichs "trocken" ausgebaut. Zum Vergleich: Sein 2018er Vorgänger hatte 4,3 Gramm pro Liter Restzucker, weswegen der 2019er etwas fruchtiger daherkommt. Mit 13,9% vol. Alkohol (auf dem Rückenetikett zu 14% gerundet) ist er immer noch sehr kräftig, aber nicht mehr ganz so stark wie sein Vorgänger, der es auf 14,7% brachte. Dies macht ihn wesentlich süffiger. Zudem sank der Säuregehalt von vormals 5,8 Gramm pro Liter auf nun 5,1 Gramm pro Liter, was ihn weicher und für empfindliche Geniesser bekömmlicher macht. Michael Kern hat bei diesem Wein einfach alles richtig gemacht und somit - wie eingangs bereits gesagt - einen tollen Wein (eben den 2018er) mit einem noch besseren getoppt: Dem 2019er!

Genießen Sie den Kern'schen Merlot rosé an lauen Sommerabenden gerne zu einem schönen Dessert oder auch zu Baguettebrötchen. Mit 6,40 Euro (Stand: Juli 2020) ist dieser hervorragend gelungene Roséwein zudem fair bepreist, bei Direktabholung ab Weingut sind es sogar nur 5,90 Euro: Für eine satte Spätlese sehr fair!

Zu beziehen ist der 2019er Merlot rosé trocken beim Weingut Kern in Oberderdingen. Verkosten kann man ihn - hoffentlich - am traditionellen Sommernachtsfest am 15.8.2020. "Hoffentlich", da die finale Entscheidung über die Durchführbarkeit noch aussteht.

Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Großvillarser Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter mailto::weintipp@oberderdingen.de erreichbar.


Herzlichst, Ihr
Martin
 

Der nächste kleine Weintipp erscheint am 1. September 2020.

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Hier im Archiv finden Sie die vorhergehenden Tipps der vergangenen Monate:

Archiv 2020
  • Weintipp Juli 2020: 2017 Riesling Spätlese trocken Biowein vom Weingut Kelterhof
  • Weintipp Juni 2020: 2017 Silvaner Edition trocken vom Weingut Lutz
  • Weintipp Mai 2020: 2018 Bio-Cuvée Cédille weiss vom ökologischen Weingut Vinçon-Zerrer
  • Weintipp April 2020: 2019 Müller-Thurgau trocken vom Weingut Hockenberg
  • Weintipp März 2020: 2018 Weissburgunder trocken von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp Februar 2020: 2016 Portugieser 12|1 feinherb von Amthof|12
  • Weintipp Januar 2020: 2016 Lemberger trocken vom Weingut Jan Müller
    2016 Lemberger trocken vom Weingut Jan Müller


    Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,

    ein richtig schöner trockener Lemberger für die langen Winternächte! Damit ist der 2016er Lemberger des kleinen Großvillarser Weinguts Müller in kurzen Worten optimal charakterisiert. Er kommt in der bauchigen dunkelgrünen 0,75er-Flasche mit schwarzem Longcap-Schraubverschluss und dem Müller-Etikett mit dem reliefartig aufgebrachten Stuhl, der beim Darüberfahren mit dem Finger ein haptisches Gefühl ergibt. Einmal eingeschenkt, zeigt er im Glas ein intensives, leicht schimmerndes Rot, und dem Genießer steigt bereits ein Duft von dunkler Schokolade in die Nase. Weiterhin finden sich im Bukett auch Anklänge von Brombeere. Im Geschmack sind Heidelbeere und Aromen von schwarzem Tee, auch leicht pfeffrige Noten sind erkennbar (Tipp: Wein etwas länger im Mund belassen), die dann im Abgang etwas stärker in den Vordergrund treten. Weiterhin sind dann auch dunkle Kirschen schmeckbar. Sein Finale ist kräftig und erinnert an Sherry und grüne Paprika.

    "Ich möchte meine Rotweine erst später in den Verkauf bringen", meinte Jan Müller zu mir, als wir es von seinem hübschen Lemberger hatten. "Ich finde, er wird jetzt erst richtig gut." In der Tat ist sein 16er Lemberger sehr gut trinkbar, man kann aber davon ausgehen, dass er noch ein klein wenig hinzugewinnen wird. Er hat auch etwas Weinstein angesetzt, was für die hohe Qualität des Müller'schen Lembergers spricht. An dieser Stelle daher der Hinweis, beim Einschenken des letzten Glases etwas vorsichtig zu sein. Mit 13,1% vol. Alkohol ist er winterlich-kräftig und mit 1,8 Gramm pro Liter Restzucker komplett durchvergoren, also sehr trocken. Bei der Prüfung hatte er 5,3 Gramm pro Liter Säure, die aber - siehe oben den Weinstein, der ja nichts anderes als auskristallisierte Säure ist - inzwischen etwas zurückgegangen sind und ihn milder machen, worüber alle mit eher empfindlichem Magen erfreut sind. Er ist natürlich ein idealer Begleiter zu einem geschmorten Braten oder auch zu einem würzigen Gulasch. Am Abend kann man ihn durchaus zusammen mit der oben erwähnten dunklen Schokolade genießen. Jan Müller ruft 6,50 Euro für seinen gelungenen Lemberger auf (Stand: Dezember 2019): Allemal moderat, wie man es von ihm kennt!

    Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats beim Weingut Jan Müller und  im Waldenserbesen Vinçon in Großvillars.


    Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Großvillarser oder Flehinger Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter weintipp@oberderdingen.de erreichbar.



    Herzlichst, Ihr  


    Martin