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kleiner Weintipp

Aktueller Tipp

2015 Cuvée "Emil" 2015 trocken vom Weingut Hockenberg

2015 Cuvée "Emil" 2015 trocken vom Weingut Hockenberg

 

 

Sehr geehrte Weinfreundinnen und Weinfreunde,


"ein 'Wahnsinns-Wein'": So charakterisiert das Flehinger Weingut Hockenberg seine Rotweincuvée "Emil"! Und letzterer ist kein geringerer als der Sohn von Christine Link und Jens Maurer, den beiden Protagonisten des Weinguts. So kommt die Cuvée "Emil" in der dunkelgrünen Bordeaux-Flasche mit silbergrauem Longcap-Schraubverschluss und dem bekannten cremefarbenen Hockenberg-Etikett mit umlaufendem Silberband. Das Weingut selbst schreibt: "...Duft nach Heidelbeere und Schokolade [...] einzigartiges Zusammenspiel von konzentrierter Frucht und Würze...". Wow - da darf man gespannt sein! Mit einem kurzen Dreh ist die Hockenberg'sche Rotweincuvée geöffnet. Wer es stilecht mag, füllt sie eine halbe Stunde vor Genuss in eine Dekanterkaraffe - dies ist aber nicht zwingend nötig, es hat sich bis jetzt kein Depot gebildet. Im Glas zeigt sie ein schönes Purpurrot, und Aromen von Preiselbeere (die im Weinaromarad direkt neben der oben erwähnten Heidelbeere steht) sowie von sehr dunkler Schokolade steigen betörend in die Nase. Im Geschmack finden sich Pflaume (das ist die konzentrierte Frucht), ebenfalls wieder die sehr dunkle Schokolade und auch etwas grüne Paprika (das ist die Würze - Tipp: Den Wein etwas länger im Mund belassen). Im für einen Rotwein relativ knackigen Abgang erkennt man frühreife Sauerkirsche, das Finale erbringt ganz leicht erdige Noten.

Der Hockenberg'sche "Emil" ist eine Cuvée aus den roten Rebsorten Cabernet Cubin, Cabernet Sauvignon, Merlot und Lemberger. "Einem Schuss Lemberger", wie Christine Link mich wissen liess, als ich mich mit ihr über ihre nette Cuvée unterhielt. Erinnern Sie sich noch an den Cabernet mit Merlot Barrique, den der "kleine Weintipp" im Dezember 2018 präsentierte? (Übrigens: es gibt ihn noch!) Die Cuvée "Emil" ist gewissermaßen das Pendant zu dieser Cuvée, nur eben im Stahltank und nicht im Barrique-Fass ausgebaut, wie Christine Link mir erklärte. Sie ist ein Jahr älter als ihr Barrique-Pendant, eben aus dem sehr schönen Jahrgang 2015, hatte also noch mehr Zeit zur Reife, was ihr auf jeden Fall gut getan hat. Mit 13,5% vol. Alkohol ist sie herbstlich-kräftig, mit 2,0 Gramm pro Liter Restzucker quasi komplett durchvergoren. Ihr Grundwein lag bei deutlich über 90 Grad Oechsle, die Cuvée ist also eine satte Spätlese. Sie ist natürlich ein optimaler Begleiter zu Schmorbraten. In den langen Nächten empfiehlt sie sich zu einem schönen rustikalen Vesper mit gerauchtem Schinken oder einer deftigen Wurst. Preislich liegt sie bei 7,20 Euro (Stand: Oktober 2019): Ein lohnenswerter Kauf.

Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats direkt bei dem Weingut Hockenberg  in der Attenbergstraße in Flehingen oberhalb der Straßenbahn-Haltestelle "Oberderdingen-Flehingen" sowie in dem sehr schönen und informativen Web-Shop des Weinguts.

Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger, Grossvillarser oder Flehinger Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter mailto::weintipp@oberderdingen.de erreichbar.


Herzlichst, ihr

Martin

Der nächste "kleine Weintipp" erscheint am 1. Dezember 2019.

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Hier im Archiv finden Sie die vorhergehenden Tipps der vergangenen Monate:

Archiv 2014
  • Weintipp Dezember 2014: 2013 Trollinger von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp November 2014: 2001 Gewürztraminer Beerenauslese von der WG Oberderdingen
  • Weintipp Oktober 2014: 2013 Riesling Kabinett Biowein vom ökologischen Weingut Kelterhof
  • Weintipp September 2014: 2011 Samtrot Spätlese vom Weingut Vinçon-Zerrer
  • Weintipp August 2014: 2013 Grauburgunder "S" Edition vom Weingut Lutz
  • Weintipp Juli 2014: 2012 Müller-Thurgau ** vom Weingut Kern
  • Weintipp Juni 2014: 2013 Cuvée Blanc Spätlese von der WG Oberderdingen
  • Weintipp Mai 2014: 2013 Muskattrollinger rosé halbtrocken von Weinbau Steinmetz
  • Weintipp April 2014: 2012 Blanc de Noir trocken Edition vom Weingut Lutz
  • Weintipp März 2014: 2012 Cuvée Kelterhof Biowein vom ökologischen Weingut Kelterhof
  • Weintipp Februar 2014: 2009 Grauburgunder ** Spätlese vom Weingut Kern
  • Weintipp Januar 2014: 2011 Lemberger Elite vom Weingut Vinçon-Zerrer
    2011 Lemberger Elite vom Weingut Vinçon-Zerrer

    Was gibt es Passenderes zu langen, kalten Winternächten als einen kräftigen Lemberger mit hübscher Fassnote? Genau so einen Vertreter hat das Grossvillarser Weingut Vinçon-Zerrer in seinem Repertoire, und dazu noch aus dem schönen Jahrgang 2011. 

     

    Er nennt sich "Lemberger Elite", ist also aus der "Premium"-Produktlinie der Zerrers, in der strenge Ertragsreduzierung und Selektionierung für qualitativ hochwertige Weine sorgen. Aber der Reihe nach: Er kommt in der dunkelgrünen Flasche und dem auffälligen rundumlaufenden schwarz-weiss-silbernen Etikett. Auf diesem sind nicht nur die üblichen quantitativen Angaben zu lesen, sondern auch eine kurze sensorische Charakterisierung durch die Zerrers selbst. So ist dort zu lesen: "Dieser Lemberger ist ein besonders komplexer, dichter und aromenintensiver trockener Rotwein mit gut eingebundenen Tanninen und nachhaltigem Abgang durch über einjährige Lagerung im Eichenfass". Oho, da darf man ja gespannt sein!

     

    Entfernt man die Hülle, so tritt ein Korken - ja, ein richtiger Naturkork - zum Vorschein: Stilecht und dieses Weines würdig! Sodann empfiehlt es sich bei einem Lemberger dieser Güte, ihn eine halbe bis eine Stunde vor Genuss in eine Dekanterkaraffe umzufüllen, damit er sich etwas besser öffnen kann. Hierbei sei ein wenig Vorsicht beim Befüllen der Karaffe geboten, da der Vinçon-Zerrer'sche Lemberger bereits minimal Depot angesetzt hat (etwas Weinstein). Also die Flasche vor dem Befüllen der Dekanterkaraffe bitte eine Zeitlang aufrecht stellen. In letzterer zeigt er sich in Lemberger-typischem Dunkelrot mit für einen Lemberger überraschend dunklen Luftblasen - das Eichenfass lässt grüßen. Dieses grüßt denn prompt auch im Bukett, es erinnert ein wenig an Scotch Whisky (Tipp: Glas kräftig schwenken).

     

    Riecht man richtig tief in das Glas hinein, so sind Aromen von grüner Paprika zusätzlich erkennbar. Im (kräftigen!) Geschmack sind dann - fast ist man geneigt, zu sagen, natürlich - Anklänge von Waldbeeren (einen richtig großen Schluck nehmen) und frischem Leder vorzufinden (das ist auf dem Etikett mit "aromenintensiv" gemeint). Er hat eine für einen Lemberger eher erstaunlich knackige Säure (diese zeichnet sich für den "nachhaltigen Abgang" verantwortlich), die aber voraussichtlich bei Bildung von weiterem Weinstein noch etwas zurückgehen wird. Weiterhin ist auch hier die vorhin bereits erwähnte grüne Paprika anzutreffen.

     

    "Vier Fünftel des Grundweins hatten 98 Grad Oechsle", meinte Friederich Zerrer zu mir, als ich ihn auf diesen netten Lemberger aus seinem Hause ansprach, und erklärte mir, dass dieser Lemberger wegen des letzten Fünftels juristisch "nur" als QbA laufen darf. Tatsächlich aber erhält man hier weit mehr als einen einfachen Qualitätswein, sondern qualitativ insgesamt eine schöne Spätlese, die durch den Ausbau im großen Eichenfass noch einmal sehr schön veredelt wurde. Die hohe Güte des Grundweins zeigt sich auch im Alkoholgehalt: Mit 13,5% vol. Alkohol ist er schön kräftig, also genau das Richtige jetzt für den Winter! Und mit 2,5g/Liter Restzucker ist er sehr trocken ausgebaut, eben passend zur Jahreszeit. Landläufig empfiehlt man einen Lemberger dieses Formats zu Wild oder würzigem Käse, wozu er auch wunderbar passt. Aber genießen Sie ihn doch einfach einmal zu würzigen Spaghetti Bolognaise mit Schafskäse-Topping! Und genießen Sie beides bitte ruhig und mit Bedacht - nicht nur das Gericht und der Wein haben es verdient, sondern auch Sie selbst! Abends empfehle ich Ihnen Butterbrezeln zu diesem gehaltvollen Lemberger. Preislich liegt er bei 9,00 Euro - dies ist dem Aufwand, der hier betrieben wurde, auf jeden Fall angemessen.

    Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um die Oberderdinger bzw. Grossvillarser Weine? Der "kleine Weintipp" ist per email unter mailto:weintipp@oberderdingen.de erreichbar.

     

    Zu beziehen ist unser kleiner Weintipp des Monats direkt bei dem Weingut Vinçon-Zerrer  in Großvillars oder in der Vinothek  in Oberderdingen.

     

    Herzlichst, ihr

     

    Martin

     

    Der nächste "kleine Weintipp" erscheint am 15. Februar 2014.